Der VfB Stuttgart wartet in der Champions League auch nach dem vierten Vorrunden-Spieltag weiter auf den ersten Sieg. Mit dem 1:1 (0:1) beim FC Sevilla haben die Schwaben aber ein deutliches Lebenszeichen abgegeben und sich die Chance aufs Achtelfinale erhalten.
Im zweiten Spiel der Gruppe G trennten sich der rumänische Klub Unirea Urziceni und die Rangers aus Glasgow mit 1:1 (0:0). Damit hat Sevilla das Weiterkommen bereits sicher - und für die Rangers, Urziceni und den VfB ist noch alles drin. Stuttgart und die Rumänen können die K.o.-Runde aus eigener Kraft erreichen. Ein echtes Endspiel ist möglich am 9. Dezember, wenn der Bundesligist das Team aus Urziceni zum Vorrunden-Abschluss empfängt.
"Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand. Aber dazu benötigen wir eine Leistung wie in der zweiten Halbzeit. Die erste Hälfte war eine Katastrophe und für mich unerklärlich", sagte VfB-Coach Markus Babbel. "Da musste ich in der Halbzeitpause ein wenig lauter werden. Nach dem Wechsel haben wir mutiger gespielt und gezeigt, was wir können."
Jesus Navas erzielte vor 38.000 Zuschauern in der 14. Minute die Führung für Sevilla. Zdravko Kuzmanovic (78.) besorgte mit einem fulminanten Weitschuss den Ausgleich. Unter dem Strich wartet der VfB seit nunmehr sieben Pflichtspielen auf ein Erfolgserlebnis.
Die Begegnung begann für die Stuttgarter mit einem vielversprechenden Konter. Kapitän Thomas Hitzlsperger vergab die Chance allerdings kläglich, er brachte in Überzahl den Ball unbedrängt nicht zum freistehenden Hleb (3.). Danach übernahm Sevilla die Initiative. Nach einem sehenswerten Pass von Angreifer Luis Fabiano durch die VfB-Abwehr hindurch traf Mittelfeldspieler Navas zum 1:0.
Über Ansätze in der Offensive kamen die Schwaben danach kaum hinaus, dabei offenbarten sie große technische Mängel. Ohne Struktur und ohne zündende Ideen vermochte der VfB die Gastgeber kaum in Verlegenheit zu bringen. Nachdem Torhüter Jens Lehmann gegen Negredo den zweiten Gegentreffer (31.) verhindert hatte, vergab Artur Boka (36.) eine weitere Chance der Schwaben.
Nach der Pause dominierte dann der Bundesligist, nachdem Teamchef Babbel Sebastian Rudy für Roberto Hilbert und Stefano Celozzi für Kahlid Boulahrouz gebracht hatte. Die komplette rechte Seite, die in den ersten 45 Minuten ganz schwach agiert hatte, war ausgetauscht.
Die Wende gelang - und es wäre sogar noch mehr drin gewesen. Rudy (53.) zielte übers Tor. Dann kam Pech hinzu, als der Russe Pawel Pogrebnyak eine Minute einen Abpraller an die Latte köpfte. Besser machte es dann Kuzmanovic, der den Ball zum 1:1 unter die Latte knallte. In der 83. Minute vergab dann der für Hitzlsperger gekommen Julian Schieber die ganz große Chance aus fünf Metern.

Stuttgart hatte phasenweise Ball und Gegner fest im Griff, allerdings fehlte es wie so häufig in den letzten Wochen an der Durchschlagskraft im Angriff. Allerdings bewiesen die Stuttgarter Moral, Kampfkraft und nach dem Wechsel auch spielerisch gute Ansätze, die wieder ein wenig Hoffnung auf bessere Zeiten machten.
Sevilla: Javi Varas - Konko, Squillaci, Escudé, Navarro - Jesus Navas, Zokora, Romaric (62. Duscher), Capel (58. Perotti) - Arouna Kone (30. Negredo) - Luis Fabiano
Stuttgart: Lehmann - Boulahrouz (46. Celozzi), Tasci, Delpierre, Boka - Hilbert (46. Rudy), Kuzmanovic, Hitzlsperger (64. Schieber) - Elson, Hleb - Pogrebnjak
Tore: 1:0 Jesus Navas (13.), 1:1 Kuzmanovic (79.)
Gelbe Karten: Escude / Boka, Hilbert, Elson
Zuschauer: 40.000
Schiedsrichter: Atkinson (England)