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21. März 2010
 

Sport

 

Russland raus, Griechenland drin

[Video]

Otto Rehhagel (oben) steht wieder ganz im Blickpunkt.

Fußball - WM-Qualifikation

Rehhagels Griechen jubeln -
Slowenien schockt Russland

Frankreich zittert sich durch - Portugal siegreich

Otto Rehhagel hat es allen gezeigt und mit Griechenland das WM-Ticket gelöst. Dafür genügte ein 1:0 in der Ukraine. Erst in der Verlängerung schaffte es Frankreich gegen Irland. Dabei sind auch Portugal und überraschend Slowenien.

 
 
 
 

Frankreich spannte seine Fans gegen Irland gehörig auf die Folter. Alles hatte nach dem 1:0-Sieg des Favoriten in Dublin im Hinspiel für ein lockeres Weiterkommen des Weltmeisters von 1998 gesprochen. Doch Robbie Keane brachte die Iren in Saint-Denis mit 1:0 in Führung. Weil es in dem packenden Spiel bis zur 90. Minute das einzige Tor blieb, musste die Verlängerung die Enscheidung bringen.

 
Robbie Keane (l) und Sebastien Squillaci kämpfen um den Ball. Quelle: reuters
reuters
Robbie Keane (li.) sorgte für mächtig in Spannung in Saint-Denis.
 

Und da hatten die Gäste zunächst Glück, dass der Elfmeterpfiff ausblieb, nachdem Shay Given Angreifer Nicolas Anelka von den Beinen geholt hatte. Was folgte war eine Fehlentscheidung zugunsten der Equipe Tricolore: Nach einem Freistoß bugsierte Thierry Henry den Ball mit der Hand in die Mitte, wo Williams Gallas den Ball über die Linie schob (103.). Und so war es eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns um den Schweden Martin Hansson, die aufopferungsvoll kämpfende Iren am Ende mit leeren Händen dastehen ließ.

 

Meireles lässt Portugal feiern

Portugal, das das Hinspiel 1:0 gewonnen hatte, siegte auch in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina mit 1:0 - und das ohne Cristiano Ronaldo. Torschütze war Raul Meireles (56.) nach Zuspiel von Nani. Zu allem Überfluss sah Hoffenheims Spieler Sehad Salihovic 14 Minuten vor dem Ende Rot wegen Meckerns. Danach kochte die Stimmung unter den 15.000 Zuschauern hoch, Gegenstände flogen auf das Spielfeld, ein Schiedsrichter-Assistent wurde getroffen. Die Bosnier hatten kurzfristig auf den verletzten Wolfsburger Zvjezdan Misimovic verzichten müssen.

 
Edin Dzeko (l) und Tiago kämpfen um den Ball. Quelle: reuters
reuters
Für Edin Dzeko (li.) und Bosnien reichte es nicht.
 

Portugal ist nach 1966, 1986, 2002 und 2006 zum fünften Mal bei einer WM dabei. Dabei hatte es in der laufenden WM-Qualifikation lange Zeit nicht danach ausgesehen. Zwischenzeitlich war das Team in der Gruppe 1 auf den dritten Platz abgerutscht. Für Bosnien-Herzegowina ist dagegen der Traum von der ersten WM-Teilnahme geplatzt.

Bitteres Aus für Hiddinks Russen

Für die größte Überraschung sorgte Slowenien. Der Mannschaft um den Kölner Milivoje Novakovic gelang nach einem Tor des Bochumers Zlatko Dedic (44.) ein 1:0-Sieg in Maribor gegen Russland. Nach dem 1:2 im Hinspiel in Moskau genügte das zum Weiterkommen. Die hoch gewetteten Russen um Trainer Guus Hiddink, bei denen Alexander Kerschakow nach 66 Minuten mit Rot und Juri Schirkow unmittelbar vor dem Abpfiff mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurden, schauen 2010 in die Röhre.

 
Igor Semshow (l) und Miso Brecko kämpfen um den Ball. Quelle: ap
ap
Ein Feiertag war es für Slowenien und Miso Brecko (re.).
 

Während Sloweniens Fans die zweite Endrunden-Teilnahme nach 2002 frenetisch bejubelten, findet erstmals seit 1994 wieder eine WM ohne Trainer Hiddink statt. Er hatte 2006 Australien ins Achtelfinale geführt und war unglücklich am späteren Weltmeister Italien gescheitert. 2002 hatte er mit Gastgeber Südkorea, 1998 in Frankreich mit seiner Heimat Niederlande sogar jeweils das Halbfinale erreicht. In Russland hatte er eine Renaissance der "Sbornaja" eingeleitet und das Team mit attraktivem Offensivfußball bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz bis ins Halbfinale geführt.

 

Mit Mauer-Taktik zum Erfolg

In Donezk war die Ukraine war zwar über weite Strecken das bessere und auch das spielbestimmende Team, das Tor erzielten jedoch die Gäste aus Griechenland in Person von Dimitrios Salpingidis nach 32 Minuten. Das langte nach dem 0:0 im Hinspiel in Athen.

Zitat

„Wir haben immer an uns geglaubt.“

Dimitrios Salpingidis

Für Griechenland ist es erst die zweite WM-Teilnahme nach 1994. Für Trainer Rehhagel wird die Endrunde in Südafrika gar eine Premiere sein. Die Ukraine dagegen muss auf ihre zweite WM-Teilnahme verzichten und kann sich nun bereits auf die gemeinsam mit Polen ausgetragene EM 2012 konzentrieren.

 

Rehhagel hatte wie erwartet auf seine bewährte Maurer-Taktik und eine Fünfer-Abwehrreihe gesetzt. Im Sturm vertraute der 71-Jährige bei seinem Jubiläum - es war sein 100. Spiel als griechischer Nationaltrainer - auf Angelos Charisteas als einzige Spitze. Die Gastgeber erwischten den besseren Start, doch Andrej Schewtschenko setzte nach wenigen Minuten nach einer guten Parade des griechischen Torhüters Alexandros Tzvorvas den Nachschuss neben das Tor. Tzvorvas war auch in der 18. Minute bei einem Freistoß von Alexander Aliew zur Stelle.

Zitat

„Ich bin stolz auf meine Jungs. Ich habe ihnen gesagt: Kein Berg ist zu hoch. “

Otto Rehhagel

"Großartiger Moment"

Im Gegenzug verstolperte Salpingidis zwölf Meter vor dem Tor die erste Chance der Griechen. In der 31. Minute machte der Mittelfeldspieler von Panathinaikos Athen es dann nach einem Traumpass von Giorgios Samaras besser. Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Ukrainer den Druck. Doch bei den wenigen Chancen war Tzvorvas auf dem Posten. In der 63. Minute schickte "Rehakles" Theofanis Gekas für Samaras aufs Feld. Der versuchte in der Schlussphase, für Entlastung zu sorgen. In der 81. Minute verstolperte er seine beste Chance. Doch es reichte auch so für Griechenland.

 

"Ich bin so glücklich. Dies ist ein großartiger Moment", sagte Charisteas. "Wir haben es durch ein wunderschönes Tor nach Südafrika geschafft." Torschütze Salpingidis sagte: "Es wurde viel Kritik geäußert, und dies ist unsere Antwort. Aber wir haben immer an uns geglaubt." Das Resumee von Rehhagel fiel geradezu philosophisch aus: "Ich bin stolz auf meine Jungs. Ich habe ihnen gesagt: Kein Berg ist zu hoch - und sie haben mit Leidenschaft und Engagement gespielt."

 
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