Robert Enke hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach wegen psychischer Probleme in Behandlung befunden. Das sagte der behandelnde Arzt Valentin Markser in Hannover. "Robert Enke hat unter Depressionen gelitten", sagte der Mediziner.
Im Jahr 2003 sei Enke erstmals in seiner Praxis gewesen, sagte Markser. Damals hätten ihn Versagensängste geplagt. Anzeichen für die Notwendigkeit einer Zwangseinweisung hätten aber nicht bestanden. Der Nationaltorwart sei mehrere Monate lang täglich in seiner Praxis gewesen.
Damals befand sich Enke in einer sportlichen Krise. Beim FC Barcelona war ihm der Sprung in die erste Mannschaft nicht gelungen. Daraufhin war er an Fenerbahce Istanbul ausgeliehen worden. Dort war er nach einer Niederlage in seinem ersten Spiel für die Türken von Fener-Fans mit Gegenständen beworfen worden. Daraufhin hatte er seinen Vertrag in Istanbul aufgelöst und war zwischenzeitlich arbeitslos gewesen.
Dann jedoch habe sich sein Zustand verbessert. Erst im Oktober dieses Jahres habe er ihn wieder angerufen. Dabei habe er gesagt, dass er seit Sommer zunehmend in eine neue Krise geraten sei, auch wegen seiner bakteriellen Infektion.
Nach Angaben des Mediziners entschuldigte sich Enke in seinem Abschiedsbrief bei den Angehörigen und bei ihm dafür, dass er ihnen seine Befindlichkeit in den vergangenen Tagen verschwiegen habe. Das sei für seinen Selbtmordplan notwendig gewesen. Der Abschiedsbrief war in Enkes Wagen wenige Meter neben der Unglücksstelle in Neustadt am Rübenberge gefunden worden.
Robert Enke hat sich das Leben genommen. Viele Fans und User gedenken des Nationalspielers auch auf ZDFheute bei Facebook(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)
"Wir dachten, wir schaffen alles. Wir dachten auch, mit Liebe geht das. Man schafft es aber doch nicht", sagte Enkes Frau Teresa. Ihr Mann habe eine Behandlung in einer Klinik abgelehnt, aus Angst, das Sorgerecht für seine im Mai adoptierte Tochter Leila zu verlieren. Enke habe seine Depression nicht öffentlich machen wollen. Seine herzkranke leibliche Tochter Lara war im Jahr 2006 im Alter von nur zwei Jahren verstorben.
"Ich habe versucht, ihm zu sagen, dass Fußball nicht alles ist", sagte Teresa Enke unter Tränen. "Fußball war alles, das war sein Lebenselixier." Der Sport habe im stets Kraft und Halt gegeben.
28.03.07 D - Dänemark 0:1, Freundschaftsspiel
20.08.08 D - Belgien 2:0, Freundschaftsspiel
06.09.08 Liechtenstein - D 0:6, WM-Qualifikation
10.09.08 Finnland - D 3:3, WM-Qualifikation
28.03.09 D - Liechtenstein 4:0, WM-Qualifikation
01.04.09 Wales - D 0:2, WM-Qualifikation
29.05.09 China - D 1:1, Freundschaftsspiel
12.08.09 Aserbaidschan - D 0:2, WM-Qualifikation