Werder Bremen hat dem SC Freiburg am 13. Spieltag der Bundesliga eine Fußball-Lehrstunde erteilt und zumindest vorübergehend die Tabellenführung übernommen. Werder deklassierte die Breisgauer in deren Stadion mit 6:0 (1:0).
Freiburg hielt zunächst noch gut mit, doch nach einer Viertelstunde übernahm Bremen das Kommando. Pfostentreffer von Jensen und Özil kündigten das Freiburger Unheil an. Nach toller Kombination über links eröffnete Almeida den Reigen. Im zweiten Durchgang geriet das Match für den SC zum Debakel. Höher als mit 0:6 hat der SC in der Bundesliga noch nie verloren.
| Der 13. Spieltag | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| SC Freiburg | - | Werder Bremen | 0:6 | (0:1) | ||
| Wolfsburg | - | Nürnberg | 2:3 | (0:0) | ||
| 1. FC Köln | - | Hoffenheim | 0:4 | (0:2) | ||
| Schalke 04 | - | Hannover 96 | 2:0 | (0:0) | ||
| E. Frankfurt | - | M'gladbach | 1:2 | (0:0) | ||
| VfB Stuttgart | - | Hertha BSC | 1:1 | (0:0) | ||
| Dortmund | - | Mainz 05 | 0:0 | (0:0) | ||
| B. München | - | Leverkusen | 1:1 | (1:1) | ||
| Hamburger SV | - | VfL Bochum | 0:1 | (0:0) | ||
"Wir haben eine großartige Partie geliefert. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment dafür machen, wie sie nach der langen Pause wieder ins Spiel gefunden hat", lobte Werder-Coach Thomas Schaaf seine Jungs. Freiburgs Trainer Adrian Dutt musste neidlos anerkennen: "In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Bremen eine Nummer zu groß für uns ist"
Der Aufschwung des deutschen Meisters ist fürs Erste wieder beendet. Der VfL Wolfsburg verlor zuhause gegen den 1. FC Nürnberg 2:3 (0:0) und kassierte damit nach sieben ungeschlagenen Pflichtspielen wieder eine Niederlage. Wolfsburg kam zu Toren durch Ashkan Dejagah (59. Minute) und Grafite (79./Foulelfmeter), zeigte jedoch eine schwache Leistung in der Verteidigung. Die Nürnberger durften hingegen jubeln. Nach vielen vergebenen Torchancen in der ersten Halbzeit erzielten Albert Bunjaku (56./64.) und Peer Kluge (90.+3) die Treffer für den Club.
"Es ist sehr ärgerlich, dass wir so viele Chancen zugelassen haben und in der letzten Sekunde des Spiels auch noch in einen dummen Konter laufen", schimpfte VfL-Trainer Armin Veh. Club-Coach Michael Oenning war umso glücklicher: "Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt, dieses Spiel gewinnen zu können, und ist dafür belohnt worden. Angesichts der Chancen auf beiden Seiten hätte die Begegnung wahrscheinlich keinen Sieger verdient gehabt."

Der VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin treten im Tabellenkeller auf der Stelle. Zwar beendeten beide ihre Torflauten im Oberhaus, das 1:1 (0:0)-Unentschieden bringt die Teams aber nicht wirklich nach vorne.
Zunächst hoffte Schlusslicht Berlin dank des Führungstreffers von "Joker" Adrian Ramos in der 49. Minute endlich auf den zweiten Saisonsieg. Zdravko Kuzmanovic gelang in der 82. Minute aber der Ausgleich für die Schwaben, die seit zehn Pflichtspielen sieglos sind. Berlin wartet seit dem ersten Spieltag auf den zweiten Dreier. Trotzdem war Hertha-Trainer Friedhelm Funkel nicht unzufrieden: "Meine Mannschaft hat fantastisch gekämpft. Es ist ein weiterer kleiner Schritt zur Stabilisierung." Für VfB-Coach Markus Babbel "bleibt die Erkenntnis, dass wir weiter am Abschluss arbeiten müssen".
Bei Hannover 96 ist die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag misslungen. Die Niedersachsen verloren trotz einer couragierten Vorstellung 0:2 (0:0) bei Schalke 04. Jefferson Farfan nutzte in der 69. Minute eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der 96er, die zuvor aus drei Spielen sieben Punkte geholt hatten. In der zweiten Minute der Nachspielzeit machte Jan Moravek alles klar. "Wir waren zu verhalten und haben erst in der zweiten Hälfte zu unserem Spiel gefunden", bemängelte S04-Coach Felix Magath, der aber auch fand: "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert und deshalb verdient gewonnen."

Die Königsblauen, die seit sieben Partien ungeschlagen sind, kletterten durch ihren dritten Heimsieg zumindest bis Sonntag auf einen Champions-League-Platz. Der Peruaner Farfan erzielte nach einer Ecke von Rafinha per Kopf sein fünftes Saisontor. Hannovers Trainer Andreas Bergmann zeigte sich anschließend "sehr stolz auf meine Mannschaft, wir haben auf Augehhöhe mitgespielt und uns in der ersten Halbzeit einige Möglichkeiten erspielt. Wir haben aus der Situation das Beste gemacht."
Eintracht Frankfurt hat wieder einen empfindlichen Rückschlag kassiert. Die ersatzgeschwächten Hessen verloren nach schwacher Leistung mit 1:2 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach und ließen die Gäste in der Tabelle bis auf einen Punkt heranrücken. Frankfurts Trainer Michael Skibbe fand indes: "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt, denn hinten raus haben wir eine kämpferisch gute Leistung gezeigt, auf diesem Spiel kann man aufbauen."
Ein kurioses Eigentor von Eintracht-Keeper Oka Nikolov (54.), der von seinem Verteidiger Marco Russ angeschossen wurde, und ein Treffer von Roel Brouwers (65.) besiegelten den verdienten zweiten Saison-Auswärtssieg der Borussen, die ihre Serie ausbauen konnten: Seit vier Spieltagen sind sie unbesiegt und holten dabei acht Punkte. "Wir waren heute sehr effizient, was das Toreschießen angeht", lobte "Fohlen"-Coach Michael Frontzeck. " Am Ende mussten wir aber noch mal alles reinlegen, damit ein Sieg herausspringt." Denn Frankfurt gelang durch den Handelfmeter von Pirmin Schwegler (87.) noch das Anschlusstor. Zu mehr reichte es aber nicht. Bei der Eintracht dürfte sich nun die ohnehin angespannte Stimmung im Umfeld weiter verschärfen.

Nach einer desaströsen Leistung und der fünften Heimniederlage dieser Saison taumelt der 1. FC Köln der Abstiegszone entgegen. Bei dem 0:4 (0:2) gegen 1899 Hoffenheim präsentierten sich die Rheinländer mut- und kraftlos und hatten Glück, nicht noch höher verloren zu haben. "Ich muss mich für die desolate Leistung bei den Fans entschuldigen", sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo. "Wir waren keine Einheit, wir haben uns nicht gegenseitig unterstützt.
Die spielstarken Gäste setzten sich durch die Treffer von Carlos Eduardo (5. Minute), Chinedu Obasi (11.) Demba Ba (46.) und Vedad Ibisevic (90./Foulelfmeter) in der Spitzengruppe fest. Vor 45 000 Zuschauern zeigte die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick beim vierten Auswärtserfolg angeführt vom überragenden Eduardo sehenswerten Kombinationsfußball. "Das war ein richtig guter Auftritt meiner Mannschaft", freute sich Rangnick.