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21. November 2009
 

Sport

 
Stefan Wessels. Quelle: dpa
Stefan Wessels beim Medizincheck des VDF-Trainingslagers

Fußball

Arbeitslos statt
Champions League

Stefan Wessels absolviert mit rund 60 Kollegen ein Trainingscamp für arbeitslose Fußballer

Im Lebenslauf von Stefan Wessels tauchen einige illustre Arbeitgeber auf. Bei Bayern und Everton stand der Keeper schon unter Vertrag. Jetzt trainiert er bei der Vereinigung der Vertragsfußballer - wie jeder zehnte Profi in Deutschland ist Wessels arbeitslos.

 
 
 
 

Der erste Kontakt zur Agentur für Arbeit ließ Torwart Stefan Wessels stutzen. "Was können Sie denn sonst so?", fragte der Berater den Fußball-Profi. "Ich habe Abitur - aber das war vor zwölf Jahren", erzählt Wessels schmunzelnd.

 

Nach dem Abstieg mit dem VfL Osnabrück ist der frühere Spieler des FC Bayern München, des 1. FC Köln und des FC Everton seit einigen Tagen das erste Mal in seiner Karriere ohne Verein. "Das ist schon ungewohnt", sagt Wessels.

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„Das ist schon ungewohnt.“

Stefan Wessels

Gute Chancen auf einen neuen Job

Wessels gehört zu rund 60 Spielern, die sich im Trainingscamp der VDV fithalten - mit guter Hoffnung auf einen Job. "Im vergangenen Jahr haben 80 Prozent der 70 Teilnehmer einen Verein gefunden", sagt Trainer Andreas Wessels.

Doch trotz der Einführung der Dritten Liga in der vergangenen Saison hat sich die Klubsuche für die Profis nicht vereinfacht. Die Arbeitslosenquote ist konstant. "Viele Vereine entscheiden sich immer später", sagt VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky.

 

Stimmung ist gut

Dennoch ist die Stimmung beim ersten Fitness-Check in Gelsenkirchen gut. "Zu Beginn sind alle mit Begeisterung dabei. Aber es ist natürlich klar, dass die Spieler im September nicht mehr so gut drauf sind", sagt Trainer Andreas Wessels. Drei Monate wird das Trainingslager in der Sportschule Wedau in Duisburg maximal dauern.

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„Vier Wochen halte ich es noch aus.“

Stefan Wessels

So lange will Stefan Wessels jedoch nicht warten. Im Fernstudium der Wirtschafts-Wissenschaften steckt er noch im Grundstudium, für ein Karriereende ist es zu früh. "Trotz meiner Familie wäre es für mich auch wieder eine Option, ins Ausland zu gehen, ich hatte in England ein schönes Jahr. Aber vier Wochen halte ich es noch aus", so Wessels.

Handys sind immer an

Besonders für Torhüter wie Wessels ist der Arbeitsmarkt umkämpft, Stürmer sucht man im Trainingslager der arbeitslosen Profis hingegen fast vergebens. Dennoch sollen neben dem Mannschaftstraining und Testspielen gegen Amateurclubs auch die Camp-Regeln einen möglichst "normalen" Fußball-Alltag suggerieren: "Die Sportschule nicht mit Fußballschuhen betreten. Gebrauchte Wäsche auf 'rechts' ziehen. Pünktliches Erscheinen zu den Besprechungen", steht auf der VDV- Internetseite geschrieben.

 

Eine Ausnahme macht Geschäftsführer Jörg Albracht dann allerdings doch: "Die Spieler dürfen ihr Handy immer angeschaltet lassen. Es soll schließlich klingeln." Es könnte ja bereits der neue Klub am anderen Ende der Leitung sein.