Ewald Lienen ist sauer. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1860 München findet das Vorgehen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im neuen Manipulationsverdacht unmöglich. Es geht um die Partie seiner "Löwen" gegen Rot-Weiss Ahlen.
"Was sich da abspielt, ist nur noch abenteuerlich. Ich kann so eine Meldung nicht streuen, wenn es keine hieb- und stichfesten Beweise gibt. Das ist für mich eine klare Verletzung der Sorgfaltspflicht", erhob Lienen in einem Interview der Münchner "Abendzeitung" schwere Vorwürfe gegen den DFB. "Wir leben in einem Rechtsstaat. Man muss schon sehr gute Argumente haben, sonst ist man schnell in der Ebene des Rufmords", befand der Trainer des Zweitligisten TSV 1860 München weiter.
Zu Wochenbeginn hatte der DFB in einer knappen Mitteilung über einen Manipulationsverdacht bei der Zweitliga-Partie vor einem Monat zwischen den "Löwen" und Rot Weiss Ahlen informiert.
Zwar seien im Vorfeld der Partie vom 8. Februar 2010 keine signifikanten Auffälligkeiten auf dem internationalen Wettmarkt ausgemacht worden. In der Nachbereitung des 1:0-Sieges von Ahlen habe sich aber für den Dienstleister Sportradar ein Hinweis auf eine "möglicherweise beabsichtigte Spielmanipulation" ergeben, teilte der DFB ohne Nennung weiterer Einzelheiten mit.
"Ich kann das Vorpreschen des DFB nicht verstehen", sagte Lienen, der den Ruf des TSV 1860 und seiner Spieler beschädigt sieht. "Das ist eine Sauerei. Bei uns in Deutschland kann einfach jemand was behaupten - und schon wird einer wie eine Sau durchs Land getrieben. So geht der Fußball kaputt", klagte der Coach und Ex-Profi.
"Ich habe mir das Spiel noch mal angeschaut", sagte Lienen. "Jeder, der die Partie im Fernsehen oder im Stadion gesehen hat, kommt nicht ansatzweise auf die Idee, dass weder Ahlen noch 1860 nicht gewinnen wollte." Dies sehen auch die siegreichen Gäste rückblickend so: "Da kann nichts gewesen sein. Wenn unser Torhüter Sascha Kirschstein Dieser Link ist nicht mehr verfügbar nicht so gut gehalten hätte, hätten wir dort nicht gewonnen. Und unser 1:0 durch Benjamin Kern war ein Glücksschuss", meinte Ahlens Vize-Präsident Jörg Hellwig.